PILGERGEBET AUF DEM HILDEGARDWEG

 

Herr,
öffne mich für die Botschaften, die du mir auf meinem Pilgerweg geben wirst.
Lass mich achtsam sein für die Schönheit deiner Natur.

Schenke mir offene Augen für die Grünkraft der Pflanzen und Bäume, für das Wolkenspiel, den Sonnenaufgang und das Abendrot.
Alles kommt aus dir.

Berühre mich durch den Wind, der durch die Felder streift.
Zeige mir durch die Menschen, die mit mir auf dem Weg sind, dass du alle Menschen liebst und wir ein wunderbarer Teil deiner Schöpfung sind.

Segne uns in den Worten, die wir miteinander sprechen.
Segne uns im Schweigen und der Stille, die wir erleben.

Segne uns in den Gesprächen und im Austausch untereinander.
Segne uns im Lachen, Singen und Beten.

Möge der Segen der Heiligen Hildegard uns auf dem Weg begleiten und möge ihre Kraft unseren eigenen Lebensweg bestärken.

Amen.

Claudia Kuhn

 

 

 

Ankommen

Höhen und Tiefen überwunden,
meine Grenzen kennengelernt,
meinen Rhythmus gefunden,
meinen Atem gespürt,
mich nicht unter Druck gesetzt.
Ich habe meinen Weg gefunden.

Du Gott meines Lebens,
du bist der stille Wegbegleiter in allen Höhen und Tiefen,
die mein Leben ausmachen.
Manchmal ging der Weg leicht voran.
Mit mancher Steigung kam ich an meine Grenzen.
Sie forderte meine ganze Energie.
Das Auf und Ab des Lebens -
Schritt für Schritt kann ich es bewältigen
mit einem Ziel vor Augen,
achtsam für die Blumen am Wegesrand,
den Regenbogen am Horizont,
gelassen in der Gewissheit, dass Du mich begleitest.

Ich danke Dir für die erfüllten Momente dieses Tages,
die schönen Augenblicke,
die Begegnungen und Gespräche,
die guten Worte, die mir zugesprochen wurden,
die Grünkraft der Natur, die mich aufblühen ließ.

Segne unser gemeinsames Suchen und Finden nach dem richtigen Weg.
Segne unser Aufbrechen und Ankommen.
Segne uns an diesem Abend und schenke uns eine erholsame Nacht.

Claudia Kuhn

 

Die Geschichte von der kleinen Sehnsucht

Es war einmal eine kleine Sehnsucht. Sie wusste eigentlich gar nicht so recht, wozu sie nützlich war und wohin ihr Weg sie führen würde. Sie beschloss ihren Rucksack zu packen und einfach loszugehen. Es war ein Aufbruch mit gemischten Gefühlen. Zweifel, Ängste und Fragen hatten sie zurückgehalten. Sie hatte es ja gut, der vertraute Alltag war überschaubar gewesen. Doch nun lockte es sie hinaus. Es war Zeit … 

Die kleine Sehnsucht hoffte, dass sie auf dem Weg schon die richtigen Wegweiser und Weggefährten oder Gefährtinnen finden würde, denen sie sich anschließen konnte. Sie sagte sich: “Mein Sehnen braucht das Suchen und es braucht den ersten Schritt!“ Und wie die kleine Sehnsucht so einen Schritt vor den anderen setzte, spürte sie, wie es immer leichter voran ging. Sie traute sich mehr zu und staunte über sich selbst. Im Gehen und Suchen entdeckte sie viel Neues und vor allem sich selbst.

Claudia Kuhn

 

Die Rechte zur Vervielfältigung der Gebet und Texte liegen bei der Autorin Claudia Kuhn.

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